Hier berichten wir über unsere Woche mit ihr, über die Treffen, Besuche und Austausche mit Menschen in der DG.
Heute haben wir den Anfang gemacht in der Dorfwerkstatt Kettenis der Dorfgruppe Kettenis. Das soziale Leben im Dorf mitgestalten und die Gemeinschaft fördern sind ihre Ziele. Mit vielen Angeboten und Aktivitäten ist sie nicht mehr wegzudenken. Der Schulgarten und die Reparatur-Werkstatt sind dabei auch in der Organisation von Islanda vorstellbar.
Der Schulgarten ist ein relativ junges Projekt der Dorfwerkstatt, das 2024 gestartet wurde. Auf einem Grundstück neben der Sport- und Festhalle ist schon ein toller Gemeinschaftsort entstanden, mit einem Bauwagen, einem Schuppen für Material, einem Gewächshaus, kindgerechten Hochbeeten mit Sitzgelegnheit, Beeten, Obstbäumen, einem Teich uvm. Es wächst und gedeiht nicht nur das Gemüse, sondern auch das Projekt – gemeinsam mit der Grundschule Kettenis. Es gibt Animationen für die Klassen, Angebote in Ferien, und der Alltag wird von Ehrenamtlichen organisiert. Nicht alle sind Mitglieder der Dorfgruppe.
Das gilt auch für die Reparatur-Werkstatt. Ein Kern der Tüftler ist auch Teil der Dorfgruppe, aber die Gruppe besteht auch aus anderen Ehrenamtliche, die sich bewusst in diesem Projekt engagieren. Von Toastern über Kaffemaschinen bis zu Bügeleisen werden hier Geräte repariert, um so die Lebensdauer zu verlängern und Abfall zu vermeiden. Auch Kleidungsstücke konnen hier abgegeben werden. Im letzten Jahr waren es um die 700 Artikel, die so gerettet werden konnten.
Islanda hat bei Reisfladen von ihrem Engagement und Leben in Haiti erzählt. Das Land, so wie wir es in den Medien oft gezeigt bekommen, ist nur ein winzig kleiner Teil dessen, was Haiti tatsächlich ausmacht. Es gibt 10 Departements, jedes mit Besonderheiten. TK, die nationale Bauernbewegung, für die Islanda arbeitet, ist in allen Departements vertreten. Sie arbeiten lokal, regional, national und auch international. (Mehr zu ihrer Organsiation und den anderen Partnerorganisationen gibt es HIER, auch mit einem kleinen Film). Sie hat davon erzählt, wie sehr Haiti noch zwischen den Fronten der Interessen aus dem Ausland hängt. Ärzt*innen, Lehrer*innen, Wissenschaftler*innen werden in andere Staaten gelockt, wie die USA, Kanada, Mexiko, und fehlen dann vor Ort, um das Land von innen her aufzubauen und zu stärken. Die Gangs rund um Port-au-Prince sind schwer bewaffnet – dabei gibt es weder Fabriken zur Herstellung der Waffen, noch der Munition. Interessen der benachbarten Dominikanischen Republik und anderer Staaten spielen hier eine grosse Rolle. In ihrer täglichen Arbeit ist daher Aktivismus, Sensibilisierung, Ausbildung notwendig. Ein Land, das immer noch unter unterschiedlichen Besatzungen und auch unter der „Schuld“ leidet, die Frankreich ihm als „Reparation“ für die enstandenen Kosten der Kolonialisierung auferlegt hat, braucht den Einsatz und die Solidarität in der eigenen Bevölkerung, um stark zu bleiben und zu werden. Dazu gehört der Einsatz dafür, dass die Erträge aus der familiären Landwirtschaft in Haiti verkauft werden können, die Produkte aus dem eigenen Land konsumiert werden, statt Waren zu importieren, und damit eine ein gesundes Wachstum zu verhindern.
Ein Gespräch, dass uns sicher in Erinnerung bleibt. Ein herzliches Dankeschön an Hans Niessen, der uns stellvertretend durch den Garten und die Werkstatt geführt hat, und der auch im Austausch sehr offen und interessiert war.
Nachmittags ging es weiter mit einem Besuch der Oberstufe der Grundschule Herbesthal. Im Rahmen des Religionsunterrichtes, in dem in der Fastenzeit die Projekte von Misereor und Miteinander Teilen vorgestellt und besprochen werden, hat Marcia über ihre Arbeit erzählt und dazu Fotos gezeigt.
7.415 km liegen zwischen Islandas Wohnort und Brüssel. Also eine weite Anreise für sie und die anderen 3 Vertreter*innen unserer Partnerorgansationen. Und auch einige Schülerinnen und Schüler sind schon weit gereist, zum Beispiel nach Guadeloupe und Mexiko.
Besonders interessiert waren die Schülerinnen und Schüler an den Tieren, die in für die Landbevölkerung oft wie eine Geldanlage gesehen werden. Die Organisation sorgt dafür, dass Zicklein, Schweine, Kühe verteilt und weitergegeben werden. Das heisst, dass die Familien, wenn ihre Tiere Nachwuchs bekommen, diese an andere Familien weitergeben. So ist garantiert, dass die Familien Tiere haben, die sie im Notfall, oder wenn sie Geld brauchen, auf dem Markt verkaufen können, um sich so zum Beispiel Arztbesuche leisten zu können. Die Kinder fragten, was passiert wenn ein Tier sich verletzt oder stirbt. Dabei gibt es in den Gemeinschaften ein grosses Wissen an Heilverfahren, und auch Tieräerzte, die dann die Tiere pflegen und behandeln können. Mit Medikamenten, wie wir sie kennen, aber auch mit Pflanzen und Wissen, das von Genretaion zu Generation weitergegeben wird.
Ausserdem verteilt die Organsiation Samen und Setzlinge an die Bäuerinnen und Bauern, damit sie sie anpflanzen können. Dabei achten sie strickt darauf, dass diese nicht mit Pestiziden behandelt sind. Ihre Arbeit basiert auf Agroökologie. Zum Schutz der Böden, der Tiere und der Menschen, die durch die Behandlung des Saatgutes und der Pflanzen mit Pestiziden leiden. Und auch, wie man am besten anbaut, die Schulung von jungen Menschen und Frauen sind sehr wichtig in der Arbeit von Islanda. Eine Schulstunde kann sehr schnell vorbei sein, und für uns verging sie wie im Flug. Vielen lieben Dank an Waltraud Reuter, die als Lehrerin die Initiative für diesen Austausch ergriffen hat.
Islanda soll aber auch davon profotieren, in unserer tollen und spannenden Gegend zu Besuch zu sein. Also stand heute ein Besuch in Aachen auf dem Programm. Der Dom, das Rathaus, ein Besuch im Domkeller und der Ausgrabungsstätten sind schon etwas besonderes – inklusive Printen-Verköstigung und Bahkauv Bier. Allein die Architektur war schon beeindruckend, und der Dom mit seinen Reichtümern sowieso. Und für uns (noch) völlig natürlich, das überqueren der Grenzen, ohne Mauern und Zäune, ohne Kontrolle. Das ist zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik nicht so. Und für Islanda war das etwas ganz Besonderes, nicht zu merken, wo das eine Land aufhört und das nächste beginnt.
Das war ein vollgepackter erster Tag, wir sind sehr gespannt auf morgen! Da sind wir in Sankt Vith unterwegs.
Wer sie kennenlernen möchte – HIER gibt es die Gelegenheit dazu. Und das lohnt sich wirklich sehr!




