Juste Terre ! Sonderausgabe
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Brandstiftung, um die indigene Bevölkerung von ihrem Land zu vertreiben, Mord an Bauern und Bäuerinnen, die sich weigern, das Land ihrer Vorfahren zu räumen… In Brasilien gehört die Agrarindustrie, in Komplizenschaft mit einem Teil der Behörden, zu den schlimmsten Drahtziehern dieser kriminellen Handlungen. Ihr Ziel? Das Land der lokalen Gemeinschaften zu beschlagnahmen, um dort intensive Viehzucht zu betreiben oder Sojafelder für den Export anzulegen.
Angesichts dieser organisierten Gewalt bringt Agro é Fogo, Partner von Miteinander Teilen- Entraide et Fraternité, mehr als 30 soziale Bewegungen zusammen, die ihre Kräfte bündeln, um das Land, die Rechte und die Lebensweise der traditionellen Völker zu verteidigen, die im Amazonasgebiet und im Cerrado und Pantanal leben.
Agro é Fogo setzt den Kampf an der Seite der indigenen Gemeinschaften entschlossen fort. Das Jahr 2024 war besonders ereignisreich.
Unterstützung lokaler Gemeinschaften bei der Verbesserung ihrer Selbstverteidigung
Agro é Fogo hat lokale Gemeinschaften bei der Gründung lokaler einheimischer Brandsicherheitskräfte unterstützt, deren Ziel es ist, Brandstiftung zu verhindern und zu bekämpfen. Diese Brandsicherheitskräfte wurden entsprechend ausgestattet (Helme, feuerfeste Handschuhe, Wasserpumpen usw.) und in verschiedenen Löschmethoden (z. B. Bau von Brandschutzwänden) und Präventionsmaßnahmen geschult.
Agro é Fogo hat außerdem Sicherheitsprotokolle für die Gemeinden entwickelt, mit denen sie sich gegen wiederkehrende Angriffe und Drohungen der Agrarindustrie wappnen können. Mehr als 400 Bäuerinnen und Bauern haben diese Begleitung in Anspruch genommen.
Sichtbarkeit schaffen, um das Bewusstsein zu schärfen
Um die Unterstützung der Bürger und Bürgerinnen zu gewinnen, ist es für Agro é Fogo unerlässlich, die Lebensrealität indigener Gemeinschaften sichtbar zu machen, denn diese wird oft ignoriert oder versteckt. So sind mehrere Initiativen entstanden, die den Gebieten eine Stimme geben:
- Videos, die von Jugendlichen aus den Gemeinden gedreht wurden, berichten über die Bedrohungen, die sie erleben, aber auch über lokale Lösungen, die sie gegenüber der Agrarindustrie umsetzen.
- Eine Studie über Brandstiftung und Grundbesitzkonflikte wurde in mehreren Regionen Brasiliens und sogar in Europa verbreitet. Sie ist zu einer wichtigen Informationsquelle für Forscher und Forscherinnen, Journalisten und Journalistinnen und zivilgesellschaftliche Organisationen geworden.
- Es wurde ein Handbuch veröffentlicht, das die vorherrschenden Narrative der Agrarindustrie widerlegt und den Gemeinden Instrumente zur kritischen Analyse an die Hand gibt.
- Eine Podcast-Reihe mit dem Titel „Sur les traces du feu” (Auf den Spuren des Feuers), die in Zusammenarbeit mit Le Monde diplomatique Brésil produziert wurde, erreichte ein breites Publikum im ganzen Land.
Lokale Kämpfe, globaler Widerstand
Agro é Fogo hat neue Partnerschaften mit südamerikanischen und asiatischen Organisationen (insbesondere in Indonesien) geschlossen, die ebenfalls indigene Gemeinschaften im Kampf gegen Brandstiftung und Angriffe der Agrarindustrie unterstützen.
Bei diesen Kooperationen konnten gemeinsame Herausforderungen diskutiert, aber vor allem auch Erfolge ausgetauscht werden, damit der Kampf der indigenen Gemeinschaften weiter gestärkt wird.
Gemeinsam für das Leben eintreten Eine der Prioritäten von Agro é Fogo ist es derzeit, die Stimme der indigenen Gemeinschaften auf der COP30 zu vertreten und gegen das Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur zu kämpfen, damit die Rechte der Völker Vorrang vor den Interessen der Agrarindustrie haben.
Miteinander Teilen-Entraide et Fraternité wird diesen lebenswichtigen Kampf von Agro é Fogo weiterhin unterstützen und ausbauen. Ein wahrer Kampf für Gerechtigkeit und Leben.
CPT Goiás: Widerstand in der Hauptstadt der Agrarindustrie
Miteinander Teilen / Entraide et Fraternité unterstützt auch die CPT Goiás. CPT Goiás tritt für die Bauerngemeinschaften in der Region Goiás ein. Goiás gilt als bedeutendes Zentrum der Agrarindustrie in Brasilien.
Im Jahr 2024 leistete die CPT Goiás fünfzehn Gemeinden direkte Rechtshilfe. Zu den bedeutendsten Kämpfen gehörte der entschlossene Widerstand der Quilombola-Gemeinden Levantado und Extrema gegen die Bergbau-Gesellschaft Calbrax.
Gleichzeitig bildete die CPT Goiás Bauern und Bäuerinnen in Agrarökologie aus. Dieses ermöglicht 180 Familien eine gesunde und nachhaltige Ernährung. Außerdem wurden 24 Wasserquellen, die verschmutzt oder ausgetrocknet waren, instandgesetzt und versorgen nun mehr als 480 Familien mit Trinkwasser. Die Beteiligung junger Menschen an den verschiedenen Aktionen hat zugenommen. Das garantiert den anhaltenden Widerstand der Bauern gegen die Agrarindustrie.




